2012/02/14
von Tillman
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ACTA Lobbyisten – Gefärliche Demagogen

Auf der Berliner Demo gegen das ACTA-Abkommen gab es ein, meiner Meinung nach, besonders schönes Schild. Der Träger hatte mit Edding auf einen schmalen Karton geschrieben. „Ich bin so sauer, ich habe sogar ein ein Schild gemalt.”

Die jüngste Reaktion der deutschen Wirtschaft auf die Proteste muss einen nun allerdings so sauer machen, dass es wirklich nicht mehr ausreichen kann Schilder zu mahlen. In einem Schreiben an die Minister verschiedener EU-Staaten und EU-Parlamentarier bezeichnen namhafte Lobbyverbände die ACTA-Proteste als “koordinierte Attacken auf demokratische Institutionen”. Unglaublich aber war, die selben Verbände, die seit Jahren durch Geheimverhandlungen versucht haben jede Rechenschaft über ACTA zu vermeiden diffamieren jetzt den breiten zivilgesellschaftlichen Protest gegen ihre Machenschaften als undemokratisch. Selten zeigte sich die Unverfrorenheit und demokratiefeindliche Ignoranz von wirtschaftsnahen Lobbyisten deutlicher, als an diesem Beispiel.

Klar, wer die ACTA-Proteste bereits bevor sie statt finden (nämlich schon am Freitag) als  Produkt von Fehlinformationen und schädlich für die demokratische Willensbildung darstellen muss, hat Angst. Die wochenlangen Proteste gegen ACTA in ganz Europa machen dem Verteidigern des alten Urheberrechts also wirklich zu schaffen. Die gesamteuropäische Öffentlichkeit, die mit der Ablehnung von ACTA entstanden ist bringt also auch sehr gut bezahlte Lobbyisten zum schwitzen. Darüber können wir uns als Protestierende freuen.

Dennoch, der offensichtliche Versuch der Interessenvertreter der “Rechteindustrie” die Realität zu verdrehen und alle ACTA-Gegner als uninformiert, wirtschaftsfeindlich und undemokratisch erscheinen zu lassen muss ernst genommen werden. Schilder malen alleine scheint nicht zu reichen.

Ich für meinen Teil bin jetzt so sauer, dass ich sogar einen Artikel auf meinen verweisten Blog schreiben musste – und das war nur die erste Reaktion. Ich hoffe es geht euch ähnlich und wir können gemeinsam diesen gefährlichen Demagogen das Handwerk legen. Animo! Jetzt erst recht!

 

Gruß aus Xberg

2012/01/29
von Tillman
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Liest denn überhaupt noch jemand Blogs?

Ich überlege den Blog hier wieder in Betrieb zu nehmen bzw. ihn fit für die Zukunft zu machen. Aber mal ehrlich. Liest denn überhaupt noch jemand Blog-Artikel? Nachdem wirklich fast jeder einen hat, kann ich mir das kaum mehr vorstellen. Wenn diesen Artikel doch zufällig jemand gelesen haben sollte, dann kann er oder sie mir ja seine ehrliche Meinung dazu posten. Bei genug ermutigendem Zuspruch raffe ich mich vielleicht auf und aktiviere die Kiste hier. Ansonsten bleibe ich beim twittern oder sonstwo.

Gruß der Freund

2009/12/21
von Tillman
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Fundraising 2.0 zu Weihnachten 09

Leider hielt mich meine derzeitige Arbeit für den Weltfrieden davon ab, meine Aufnahmen der Social Bar am 03.11.09 in Berlin früher online zu stellen. Der Weltfriedensdienst e.V. (WFD), bei dem ich augenblicklich in der Öffentlichkeitsarbeit als Legionär (Praktikant) arbeite, feiert gerade seinen 50sten Geburtstag. Auf seine alten Tage erneuert sich der WFD und beginnt social-media für sich zu erobern. Es entsteht gerade ein WFD-Blog, der zukünftig über aktuelle Ereignisse in den Partnerprojekten berichtet. Hinzu kommt ein twitter-account, eine facebookseite und natürlich ist der WFD auf youtube vertreten. Ich bin froh diesen Prozess im WFD begleiten und mitgestalten zu können. Natürlich war es für mich aus diesem Grund Pflicht die SocialBar Anfang November aufzunehmen, in der Fundraisingprofis und AktivsitInnen von Online-NPOs über ihre Arbeit berichteten. Aber genug der als Entschuldigung getarnten Werbung für den Weltfrieden – hier nun die Audiodateien, die ich den Organisatoren der SocialBar-Berlin versprochen und so lange vorenthalten hatte.

Zunächst der Vortrag von Lisa Jaspers, die mit Oxfam Unverpackt erfolgreich Ziegen im Internet verkauft und damit Neuspender für ihre NPO gewinnt. Die Ausführungen von Frau Jaspers sind für jeden ein Gewinn, der sich für Spendermobilisierung im Internet interessiert. Auch in der anschließenden Fragerunde werden wichtige Probleme des Onlinefundraising angesprochen und kompetent beantwortet:

 

Xberg36 Podcast

Der nächste Vortrag kam von einem jungen und hoch motivierten Niederländer, der nun Wahlberlerner ist. Er schwärmte für die Offenlegung aller Daten – verzeihung, aller Regierungsdaten zum freien Gebrauch im Netz. Aber hört selbst Edial Dekker über Open Data:

 

Xberg36 Podcast

Schließlich berichtete uns Petra Borrmann über 2aid.org und machte uns klar, dass man keine Geschäftsstelle uns keine festen Angestellten mehr braucht, um die Welt zu retten, wenn man nur bereit ist für kein Geld zu arbeiten und social media kann:

 

Xberg36 Podcast

So, dass war`s auch schon. Die passenden Präsentationen zu den Vorträgen, wenn vorhanden, findet ihr im Archiv der Socialbar Berlin.

In diesem Sinne vergesst über das Spenden sammeln bitte das Spenden und vor allem dass Weihnachten feiern nicht.

Hohohoho Tillman

2009/06/03
von Protz
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Franziska Heine, die Initiatorin der E-Petition gegen Internetsperre, in der Social Bar Berlin über ihre Freundin Zensursula und den Erfolg von Netzpolitik aus der “bürgerlichen Mitte”

So, hier nun, mit einiger Verspätung, der Podcast zur letzten Social Bar in Berlin vom 2. Juni 2009: Social Bar vom 2. Juni 2009

Die Aufnahme vermittelt leicht rauschend (der Overhead-Projektor war reichlich laut), wie ein solches Treffen von Weltverbesserern mit Technik-Tick abläuft. Die drei Vorträge von Holger Nauheimer, Holger Kruse und Franziska Heine sind schöne Beispiele für die Mannigfaltigkeit der Projekte, die im Rahmen der Social Bar vorgestellt werden. Vor allem der Vortrag von Holger Kruse über sein Kreuzberger Straßenfußball-Projekt „Klickkicker“ machte mir als Xberg36er große Freude. flutlichtturnier09_news_3 Das Handzeichen, dass am Ende des Beitrag beschrieben wird und von Kreuzberger Jugendlichen, im Stil von Rappern, als Symbol für ihren Heimat-Kiez Kreuzberg 36 verwendet wird, soll mir als Vorbild für ein neues Blog-Logo dienen.

Ein Highlight an politischer Aktualität und hoch motivierend für jeden Netzaktivisten war natürlich der dritte und letzte Beitrag in dem Franziska Heine, die Initiatorin der E-Petition gegen Internetsperren, ihre Erfahrungen mit ihrer schwierigen Freundin „Zensursula“ beschreibt. Wie schön zu wissen, dass sie mit den „üblichen Verdächtigen vom CCC“ gar nichts zu tun hat und “eigentlich eher bürgerlicher Herkunft ist.”: Franziska Heine in der Social Bar Berlin am 2. Juni 2009. Das macht einem doch Mut. Endlich werfen nicht mehr nur Nerds in schwarzen Kapuzen-Pullis mit Festplatten auf arglose Politiker. Jetzt ist die gesamte Generation C64 auf der Straße und schlägt charmant zurück. Mal schauen was daraus wird…

Ich hoffe, ihr habt eben soviel Freude an den Beiträgen, wie ich sie hatte und vielleicht sehen wir uns ja bei der nächsten Social Bar in Berlin.

2009/05/16
von Abi
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Lessiger Auftritt für ein neues Copyright

Gestern war der US-Professor Lawrence Lessig Gast der Heinrich-Böll-Stiftung. In den Sophiensälen brachte er das nicht nur nerdige Publikum auf den neusten Spiel-Stand in Sachen Copyright-War. Lessig, Guru der Creative Commons-Bewegung, ist der festen Auffassung, dass die weltweite “virtuelle Gemeinde” den Kampf gegen die Kommerzialisierung von Kreativität und Bildung gewinnen wird. Um seine optimistische Haltung zu untermauern erklärte er in seinem Vortrag und der anschließenden Podiumsdiskussion unterhaltsam den Zusammenhang von Jeffersons Elch, der Notwendigkeit für einen universellen Zugang zu Wissen und dem Klimawandel.

Ich habe den Vortrag und die von Matthias Spielkamp geleitete Podiumsdiskussion mitgeschnitten – und hier ist er: der Guru der Creative Commons Bewegung, Lawrence Lessig in den Sophiensälen 15.05.09

Bevor ihr anfangt ihn anzuhören; die Tonqualität ist für eine Aufnahme aus dem Publikumsraum heraus ganz gut. Den Hall, aufgeregtes Geflüster und andere kleine Störgeräusche bitte ich zu entschuldigen.

Das ganze ist auf Englisch und dauert ca. zwei Stunden – Die Powerpoint-Präsentation in der ersten halbe Stunde lässt sich im Audioformat mangels Visualisierung nicht ganz so gut nachvollziehen. Die Seite, die Lawrence für seine das Copyright verletzenden Remixes anführt und auf der auch die von ihm verwandten Videos liegen heißt: http://youshouldhaveseenthis.com/, und verdammt, es lohnt sich einen Blick darauf zu werfen. Als Beweis, dass Lessig recht hat, wenn er die Seite lobt: Human BeatBox

Ach ja, selbstverständlich habe ich Lessigs persönliches Einverständnis seinen Vortrag zu veröffentlichen.

Viel Spaß, euch Future-Nerds!